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Knie und Fuß Ratgeber

 

 

Radfahren ist für unser Kniegelenk wie eine Frischzellenkur

Vorraussetzung ist die richtige Einstellung von Sattel und Pedalen

Bei einer 50 Kilometer Radtour wird das Kniegelenk ca. 10.000 mal gebeugt. Mit der richtigen Einstellung werden die Muskeln aufgebaut und stabilisieren dadurch das Gelenk.

Allerdings sorgt das Knie bei falscher Einstellung des Rades oder zu intensivem Training mit hohem Krafteinsatz bei niedriger Trittfrequenz, auch für Beschwerden beim Radfahren. Bei einer Umfrage der Deutschen Sporthochschule Köln gaben ca.27 Prozent der Befragten an gelegentlich Schmerzen am Knie während des Radfahrens zu haben.

 

Um Knieschmerzen zu verhindern sollten folgende Dinge beachtet werden:

 


Um die richtige Einstellung zu finden sollte man zuerst seine natürliche Fußstellung ermitteln

 

Das geht am einfachsten auf einem Tisch oder einem höhenverstellbaren Stuhl.
Man setzt sich auf den Tisch und lässt die Beine locker hängen. Die Fußstellung die dabei entsteht entspricht ihrer normalen Fußstellung beim Gehen oder Radfahren. In dieser Stellung sollte der Fuß auf dem Pedal stehen.

 

Sattelhöhe und Fußstellung

Natürliche Fußstellung und Ermittlung der Sattelhöhe mit der Fersenmethode


Ebenso wichtig wie die Fußstellung auf dem Pedal ist die Sattelhöhe und der Sattelversatz

 

Die Sattelhöhe kann man auf verschiedene Weisen ermitteln. In der Rubrik Sattelhöhe und Sattelversatz gehen wir darauf genauer ein.
Wichtig hierbei ist die Flexibilität der hinteren Rücken- und Beinmuskulatur.
Ist diese Muskulatur verkürzt und unbeweglich muss der Sattel tiefer eingestellt werden.

Eine einfache Rumpfbeuge zeigt wie flexibel Ihre Muskulatur ist. Meist erkennt man eine zu hohe Einstellung des Sattels daran dass der Fahrer seitlich hin und her rutscht.

 

Um den Sattelversatz einzustellen ist es wichtig, dass der Fuß richtig auf dem Pedal steht

 

Der Fußballen sollte sich über der Pedalachse befinden.
Wenn das Pedal waagerecht nach vorne zeigt (in der drei Uhr Stellung) muss ein Lot das am Ende des Schienbeins angelegt wird durch die Pedalachse laufen.

In einigen Büchern und Zeitschriften liest man dass das Lot an der Kniescheibe angelegt wird, allerdings entwickelt man bei einem Kniewinkel von 90 bis 110° die größte Kraft und dabei sollte das Kniegelenk -nicht die Kniescheibe- über der Pedalachse liegen. Hält man das Lot an die Kniescheibe so steht das Kniegelenk nicht über der Pedalachse sondern dahinter.

 

Sattelversatz mit Lot und Fußstellung auf dem Pedal

Fußplatzierung auf dem Pedal und Ermittlung des Sattelversatzes mittels Lot


Ein weiterer Optimierungspunkt für das Knie ist die Knieerhebungskurve

 

Dabei wird von vorne mit Hilfe von Laser- oder Videoanalyse die seitliche Bewegung des Knies ermittelt.

Idealerweise sollte sich das Knie in einer senkrechten Linie zum Fuß bewegen. Viele Menschen haben „X“ oder „O“ Beine, so dass das Knie nicht senkrecht verläuft sondern nach innen oder aussen ausweicht.
Diese Ausweichbewegung verschlechtert die Kraftübertragung auf das Pedal und belastet das Knie durch die seitliche Rotation.

Um diese seitliche Bewegung zu reduzieren gibt es Einlagen, verschiedene Keile für den Schuh, Pedalplatten in Keilform, Pedalachsenverlängerungen und Pedale mit kürzeren oder längeren Achsen.

Für die Optimierung der Knieerhebungskurve sollten Sie unbedingt einen Spezialisten aufsuchen. Um die richtigen Keile oder Sohlen zu finden muss außer der Knieerhebungskurve auch der Vorfußwinkel gemessen werden.
Dafür wird ein Vorfußwinkelmesser benötigt.

 

Knieerhebungskurve

Optimal ist eine senkrechte Knieerhebung © Fahrrad & Gesundheit/ Foto Box Barbara Wagner

 

 

Lesermeinungen, Fragen und Kommentare

Wen Ihr Fragen zu dem Beitrag habt oder zu anderen Themen rund ums Fahrrad, dann schreibt mir das in die Kommentare.

Ich freue mich auf Eure Nachrichten.

Armin

 

 


Kommentare


Armin 1. August 2020 um 17:57

Hallo John,
die wichtigste Einstellung ist die korrekte Sattelhöhe. Bestimmt wird diese durch die Beinlänge. Eine Anleitung wie Du die richtige Sattelhöhe einstellst findest Du in diesem Artikel:
https://www.fahrrad-gesundheit.de/sattelhoehe-und-sattelversatz/
Für die Lenkerhöhe und den Abstand Lenker zum Sattel gibt es keine Formel das hängt vom jeweiligen Fahrradtyp und den eigenen Vorlieben ab. Auch dazu habe ich einen Artikel geschrieben:
https://www.fahrrad-gesundheit.de/richtige-lenkereinstellung-fahrrad/

Wichtig ist das man auf seinen Körper hört. Wenn die Oberkörperhaltung unbequem ist, die Handgelenke schmerzen oder die Finger taub werden, muss man versuchen über die Veränderung von Vorbau, Lenkergriffen oder Lenkerbiegung eine entspanntere Sitzposition zu erreichen. Am besten lässt man sich dafür von einem Fahrradhändler beraten. Er hat die eventuell benötigte Teile vorrätig und kann diese montieren.

Viele Grüße Armin


John 1. August 2020 um 12:05

Hallo Armin,

Wie stellt man eigentlich ein Fahrrad ein, dass man gebraucht gekauft hat und evtl. Nicht hundert pro auf dem Radfahrer zugeschnitten ist.

Auf was muss ich da achten?

Gruesse John


Armin 12. Juli 2020 um 16:02

Hallo Markus,
ist die Streckung noch in vollem Umfang möglich oder gibt es dabei auch Defizite?

Gruß Armin


Markus 8. Juli 2020 um 20:53

Hallo ich habe eine Kniebeugung noch von ca.80 Grad was würden Sie mir da empfehlen oder welche Kurbelverkürzung oder eine Pendelkurbel.


Armin 9. Juni 2020 um 18:02

Auf dieser Webseite findest Du noch zwei weitere Beiträge zum Thema Radfahren mit Gelenkrothesen und einen Test zu Kurbelverkürzern und Pedalpendel.
https://www.fahrrad-gesundheit.de/kurbelverkuerzer-und-pedalpendel-praxistest/
https://www.fahrrad-gesundheit.de/radfahren-mit-gelenkprothesen/
Auf meiner Seite Ergometer & Heimtrainer habe ich noch einen Beitrag zu Kurbelverkürzern und Pedalpendel. Wenn Du das Bein noch komplett strecken kannst, oder die Beugung sehr stark eingeschränkt ist, solltest Du ein Pedalpendel montieren. Bei dem System der Firma Brand musst Du um ein Pendel montieren zu können, zuvor einen Kurbelverkürzer montieren.
Hier findest Du weitere Infos zu den Brand Produkten:
http://brand-metallverarbeitung.de/Kurbelarmverkuerzer
http://brand-metallverarbeitung.de/Pedal-Pendel

Viele Grüße Armin


Haas 9. Juni 2020 um 17:40

Ich habe eine Knieprothese und kann nun das knie nicht mehr so beugen. Was kann ich machen , ich möchte wieder Fahrrad fahren. wo kann ich mich belesen und schlau machen


Armin 16. Mai 2019 um 09:30

Hallo Philip,

eine Antwort hängt davon ab ob die Knieprobleme im letzten Jahr vom Kniegelenk oder von der Muskulatur ausgelöst wurden. Idealerweise trainiert man zu Beginn die Gelenkbeweglichkeit ohne großen Krafteinsatz. Hat sich die Beweglichkeit verbessert und das Knie ist schmerzfrei, kann man den Krafteinsatz erhöhen und dadurch die Muskulatur stärken.
Grundsätzlich kann man das mit einem normalen Fahrrad oder E-Bike trainieren. Aber gerade für den Wiedereinstieg, lässt sich die Belastung mit einem E-Bike besser steuern. Meist fährt man mit einem E-Bike weitere Strecken mit weniger Kraftaufwand, was vor allem zu Beginn dem Kniegelenk zu gute kommt.
Bevor Du mit dem Training beginnst solltest Du auf jeden Fall von Deinem Arzt ein OK bekommen.

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen
Gruß Armin


Philip 16. Mai 2019 um 08:36

Hallo,

ich habe eine Frage. Ich hatte im vergangenen Jahr mit Knieproblemen zu kämpfen. Nun will ich mir ein neues Fahrrad zulegen. Eventuell könnte es auch ein E-Bike sein, da wir hier in einer sehr bergigen Gegend wohnen und kaum Fahrten ohne starke Steigungen möglich sind.
Nun meine Frage: kommt es beim „Knietraining“ beim Radfahren auf die Beugebewegung an, oder auf den Druck/die Kraft durch das drückende Knie? – Würde ich mit einem E-Bike die Knie weniger „trainieren“?
Vielen Dank.


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