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Der optimale Fahrradsattel

 

 

Schmerzfrei im Sattel – nur eine Illusion?

 

Das Gesäß und der Dammbereich gehören zu den Körperregionen, die beim Radfahren am meisten belastet werden

Beinahe das gesamte Körpergewicht ruht auf einer Fläche, die nur wenige Quadratzentimeter misst.
Die Folgen sind häufig Schmerzen, die vor allem auf langen Strecken den Spaß am Radeln deutlich trüben.
Bei Leistungssportlern wirken sich dauernde Sitzprobleme oft leistungsmindernd aus und verhindern Erfolge.
Um diesem Dilemma zu entkommen, entwickeln Hersteller immer wieder Fahrradsättel mit neuen Formen und aus innovativen Materialien.

 

Doch welche Kriterien beeinflussen den Sitzkomfort wirklich?

Ist tatsächlich allein der Fahrradsattel für die Probleme beim Sitzen, inklusive Schmerzen verantwortlich?

Welche Komponenten spielen außerdem eine Rolle?

Wie können Freizeitradler und ambitionierte Sportler das Problem am besten lösen?

 

Wissenschaftler, wie Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln, haben sich mit dem Thema eingehend beschäftigt. Im folgenden Beitrag möchten wir Sie an den interessanten, teils überraschenden Ergebnissen der Untersuchungen teilhaben lassen.

 

Alltagskleidung ist nur für kurze Strecken geeignet

Radfahren mit Alltagskleidung kann wegen der Nähte zu Sitzbeschwerden führen.
© www.pd-f.de/ Mathias Kutt

 

Sitzprobleme – (k)ein lästiges Übel?

Unbestritten hängt die intensive Nutzung des Fahrrades als tägliches Fortbewegungsmittel bzw. als Freizeitsportgerät in großem Maß vom Fahrkomfort ab.
Auch die besten Vorsätze, wie etwa, sich künftig mehr an frischer Luft zu bewegen, auf langen Touren die Natur zu genießen oder für den Weg zum Büro die Benzinschleuder gegen ein umweltfreundliches Fahrrad einzutauschen, verpuffen rasch, wenn nach wenigen Minuten im Sattel der Po schmerzt.

Häufig werden dann noch verschiedene Sättel ausprobiert:

  • Schmal,
  • breit,
  • gefedert,
  • ungefedert,
  • Leder,
  • dicke Gelpolsterung usw.

 

Wenn auch das nichts hilft, kann schmerzendes Sitzfleisch den Fahrspaß derart beeinträchtigen, dass das Rad immer seltener zum Einsatz kommt und irgendwann ganz im Keller landet.

Doch wer nun meint, jeder aktive Triathlet, Rennfahrer oder Mountainbiker hat bezüglich Form, Größe und Beschaffenheit seines Fahrradsattels die ultimative Lösung gefunden, irrt.
Viele ambitionierte Radler landen früher oder später im Wartezimmer eines Arztes, weil ihr Sattel besser zur Optik ihres Rades passt als zu ihrem Körper und dessen Bedürfnissen.

 

Radhosen mit Polster verhindern Sitzbeschwerden

Auch Radsportler sind nicht immer frei von Sitzbeschwerden. © www.vaude.com/ pd-f

 

Deshalb ist sich Prof. Froböse mit seinen Kollegen einig:
Damit Freizeitradler gerne aufs Rad steigen und Radsportler mehr Leistung erbringen können, müssen sie insgesamt ergonomisch und körpergerecht auf ihrem Sportgerät sitzen.

Das bedeutet:

  • Alle Kräfte, allen voran die Druckkräfte, die an den wichtigsten Mensch-Fahrrad-Kontaktstellen wirken, sind so gleichmäßig wie möglich zu verteilen.
  • Die wichtigsten Kontaktstellen sind Füße-Pedale, Hände-Lenkergriffe und Gesäß-Sattel.
  • Sitzprobleme sind immer individuell, sodass auch die jeweiligen Einstellungen stets individuell, idealerweise mit Unterstützung eines geschulten Fachmanns vorgenommen werden müssen.

 

Fahrkomfort ist nicht unbedingt bequem

 

Viele Menschen gehen laut Prof. Froböse mit völlig überzogenen Vorstellungen an den Sitzkomfort beim Radfahren heran.

Seinen Erfahrungen zufolge haben vor allem die sogenannten „Genussradler“ häufig den Anspruch, dass der Sattel keinesfalls drücken darf.
Den wichtigsten Grund für dieses Denkmuster sieht der Professor in dem Vorurteil, dass Druck im Bereich der Dammregion sofort einen negativen Einfluss auf die männliche Potenz bzw. die weibliche Fruchtbarkeit nimmt und somit schädlich ist.
Diese Bedenken sind zwar nicht vollständig von der Hand zu weisen, dennoch gehört laut Prof. Froböse ein wenig Druck aufs Gesäß zum Radfahren ganz einfach dazu.

Anders als beim Sitzen im gemütlichen Sessel benötigt der Radler ausreichend Bewegungsfreiheit. Darüber hinaus muss der Sattel so beschaffen und eingestellt sein, dass er seinem Nutzer eine stabile Haltung vermittelt, mit der er sein Gefährt sicher kontrollieren kann.

Und wenn man sich vor Augen führt, dass der größte Teil des Körpergewichtes auf der vergleichsweise winzigen Sattelfläche lastet, ist es ganz normal, dass es drückt. Wichtig ist, dass dieses Gefühl eine bestimmte Intensität nicht überschreitet.

 

Ist ein weicher Fahrradsattel grundsätzlich bequemer als ein harter?

 

Im Zuge der Studien an der Kölner Sportschule wurde auch diese Problematik ausgiebig untersucht.

Das überraschende Ergebnis verblüffte vor allem die Gelegenheitsradler.
Die Auswertungen ergaben nämlich, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Fahrer, die zu weich sitzen, leiden häufiger unter Sitzproblemen als andere.
Der Grund liegt in der ungünstigen Druckverteilung. Weiches Sattelmaterial verlagert den Sitzdruck aus der normalen Druckzone, die sich unmittelbar unter den Sitzbeinhöckern befindet, nach außen. Hier bilden sich Wülste, die im Laufe der Zeit anfangen zu schmerzen.

Den Studienergebnissen zufolge ist ein harter Sattel, in Verbindung mit einer gepolsterten Radhose plus Sitzcreme, so wie es die Profis praktizieren, besser. Schließlich scheuert der ergonomischste Sattel an der Hosennaht.

An dieser Stelle wird so mancher Alltagsradler einwenden, dass er schlecht mit gepolsterter Hose zum Geschäftstermin fahren kann.
Auch Freizeitradler haben nicht immer Gelegenheit und Muße situationsbedingt die Kleidung zu wechseln. Laut Wissenschaft stellt dieses Thema ein echtes Dilemma dar, das jeder für sich persönlich lösen muss.

 

Fahrradsattel richtig einstellen

Genauso wichtig wie der richtige Fahrradsattel ist auch die optimale Einstellung um Schmerzen zu vermeiden. www.pd-f.de/ Kay Tkatzik

 

Gibt es den optimalen Fahrradsattel überhaupt?

 

Die Auswahl an Fahrradsätteln ist riesig, wobei häufig ein schickes Design vor funktioneller Qualität steht. Wie viele seiner Kollegen rät Prof. Froböse, verschiedene Sättel auszuprobieren und letztendlich den zu wählen, der sich, unabhängig von seiner Optik, am besten anfühlt.
Zusätzlich empfiehlt es sich, folgende Hinweise zu beachten:

 

  • Jedes Gesäß ist anders. Was der eine als top bequem empfindet, ist für den anderen ungemütlich.
  • Ein guter Sattel passt sich dem Körper an.
  • Er lässt seinem Nutzer ausreichend Bewegungsfreiheit.
  • Der Werbeslogan „Ergonomie“ ist kein Qualitätskriterium, sondern eine Grundbedingung, die jeder Sattel erfüllen muss.
  • Eine geschlechterspezifische Unterscheidung in Damensattel und Herrensattel ist nicht zwingend erforderlich. Lediglich die die Breite (Abstand der Sitzbeinhöcker) sowie die optimale Einstellung sind wichtig.

 

 

Um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukommen: Es mag nun vielleicht den Anschein haben, dass vollkommen schmerzfreies Sitzen auf dem Fahrradsattel eine Illusion ist.

Hier rät der Experte, Folgendes zu bedenken: Auch Weltklasseprofis schmerzt nach längerer Trainingspause der Hintern. Schließlich besteht das menschliche Gesäß zum Großteil aus Muskulatur. Und Muskeln müssen sich immer an Belastungen gewöhnen, indem sie trainiert werden. Deshalb ist es vollkommen normal, wenn der Po auf den ersten Touren schmerzt – den Profis genauso wie den Hobbyradlern. Erfahrungen zufolge verschwindet dieses Problem bereits nach zwei bis drei Touren innerhalb einer Woche von allein.

 

Welcher Fahrradsattel passt zu mir?

 

Immer häufiger werden wir angeschrieben und nach unseren Empfehlungen für Fahrradsättel befragt. Da aber alle Menschen verschieden sind und auch verschiedene Fahrräder benutzen ist es nicht möglich eine pauschale Kaufempfehlung auszusprechen.
Aus diesem Grund haben wir verschiedene Modelle entsprechend ihrem Einsatzbereich ausgewählt.
Unsere Empfehlungen fahren wir selbst oder haben sie ausgiebig getestet. Diese Sättel wurden auch in unserem Fahrradfachgeschäft mehrere Hundert mal verkauft.

 

Mountainbike-Sattel Kaufempfehlung

 

Wer beim Mountainbiken starken Druck im Dammbereich verspürt sollte sich für einen SQlab Sattel entscheiden. SQlab Sättel sind Stufensättel. Durch die besondere Bauweise ist der vordere Sattelbereich deutlich tiefer. Der Druck im Dammbereich wird je nach Modell um bis zu 80% reduziert.
Für Personen die im Bereich der Sitzknochen Schmerzen verspüren sind SQlab Sättel weniger geeignet, denn durch die Stufenform wird das Gewicht des Oberkörpers auf die relativ kleine Fläche um die Sitzknochen verlagert. Im Normalfall gewöhnt sich das Gewebe und  die Knochenhaut um die Sitzknochen nach zwei bis drei Fahrten an die Belastung und der Schmerz verschwindet.

Unsere Empfehlung fürs Mountainbike ist der SQlab 611 active. Der Dammbereich wird bei diesem Sattel um 75% entlastet. Zusätzlich erhöht die active Dämpfung den Komfort.

Wer empfindliche Sitzknochen hat sollte sich für den Ergon SMA3 All Mountain Sattel entscheiden.
Das Gewicht kann sich auf eine größere Fläche verteilen dadurch werden die Sitzknochen entlastet. Ein Entlastungskanal reduziert den Druck im Dammbereich.

 

 

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Fahrradsattel Empfehlung fürs Trekkingrad

 

Für das Trekking- oder Tourenrad werden etwas breitere Sättel benötigt als beim Mountainbike. Die Sitzposition ist etwas aufrechter dadurch sitzt man etwas weiter aussen auf den Sitzknochen und es lastet mehr Gewicht auf dem Gesäß. Deshalb sind diese Sättel stärker gepolstert.

Ansonsten gilt das gleiche wie beim MTB Sattel. Wer den Druck im Dammbereich reduzieren will braucht einen Stufensattel oder eine Sattel mit Entlastungskanal in der Mitte.
Unserer Empfehlung ist hier der Terry Figura GTC Gel oder der SQlab 604. Den Terry Figura GTC gibt es in Damen oder Herrenausführung. Der SQlab 604 ist für Damen und Herren gleichermaßen geeignet.

 

Trekking & City SQlab Sattel 604 Active, 17 cm Fahrradsattel Trekking

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Kernledersättel

 

Wer einen klassischen Ledersattel bevorzugt muss damit rechnen das es mehrere hundert Kilometer braucht bis der Sattel sich an die Körperform angepasst hat. Nach dieser Einfahrzeit sind Kernledersättel meist sehr bequem. Da es sich bei einem Kernledersattel um ein Naturprodukt handelt kann es vorkommen das der Sattel abfärbt, deshalb sollte man keine hellen Hosen tragen. Außerdem benötigt ein Ledersattel regelmässige Pflege mit einem Lederfett oder Wachs. Beim Kauf eines solchen Sattels sollten sie das Fett gleich mit kaufen.
Die beliebtesten Ledersättel sind die Modelle von Brooks.
Der Brooks Flyer eignet sich am besten fürs Trekkingbike der Brooks B67 passt besser auf Tourenräder mit aufrechter Sitzposition. Beide Modelle haben einen Sattelrahmen mit Stahlfedern für bestmöglichen Komfort.

 

FLYER BLACK

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Fahrradsattel Kaufempfehlung fürs Citybike und Hollandrad

 

Auf dem Holland- oder Cityrad ist die Sitzposition noch aufrechter als beim Tourenrad deshalb müssen die verwendeten Sättel noch etwas breiter sein.
Wer den Dammbereich entlasten möchte sollte sich für den SQlab 621 active entscheiden.
Dieser bietet 75% Dammentlastung und Komfort durch das gedämpfte active System.
Wer den Druck lieber auf eine größere Fläche verteilen möchte ist mit dem Selle Royal Lookin Sattel sehr gut beraten. Die obere Polsterung besteht aus einer Gelschicht die die Vibrationen und leichten Stöße abmildert. Zusätzlich hat das Modell noch eine Elastomerdämpfung für die gröberen Stöße.

 

Citybike & Hollandrad SQlab Sattel 621 Active, Fahrradsattel City

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