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Orthopädische Schäden beim Radfahren vermeiden

 

Es gibt nur wenige Sportarten mit einem derartig hohen gesundheitlichen Nutzen

 

Tausende Menschen, Profis und Freizeitsportler, fahren begeistert Rad. Es gibt nur wenige Sportarten mit einem derartig hohen gesundheitlichen Nutzen.
Ganz ohne Nebenwirkungen ist Radsport allerdings nicht. Denn abhängig von der Art und der Intensität, mit der er ausgeübt wird, zeigen sich auch Krankheitsbilder, meist orthopädischer Art und Weise.

 



Die verschiedenen Arten von Radsport

 

Heute kann Radsport durch die Vielzahl der verschiedenen Fahrradtypen in jedem Gelände ausgeübt werden:

  • Der Straßenradsport mit dem Renn- oder Zeitfahrrad findet ausschließlich auf Straßen und Wegen mit festem Belag statt. Der Reiz liegt bei der hohen Geschwindigkeit und den langen Strecken die zurückgelegt werden.
  • Der Tourenfahrer oder Reiseradler bewegt sich auf Autostraßen, Radwegen und auf Wald- und Feldwegen, bei ihm ist der Weg das Ziel, er genießt Natur und freut sich über Kontakte zu Land und Leuten.
  • Der Mountainbiker und Crosser fühlt sich auf loserem Untergrund wohler und fährt meist auf Feld- Wald- und Wiesenwegen. Er ist gerne in der Natur, ihn reizt aber auch die Herausforderung an sein Fahrkönnen.

Zudem gibt es noch weitere interessante Disziplinen wie Bahnradfahren, BMX, Radball, Kunstradfahren und vieles mehr.

 

Krankheitsbilder die durch den Radsport entstehen sind meist von orthopädischer Art und Weise. Bildquelle: orthoparc.de

 

Verletzungen und Überlastungsbeschwerden einzelner Radsportarten

 

Der Straßenradsportler ändert auf dem Fahrrad seine Körperposition wenig. Die Beschaffenheit des Fahrradrahmens und das Bestreben, dem Luftwiderstand zu begegnen, zwingt ihn in eine stark nach vorn geneigte Körperlage. Dabei wird der Kopf zurückgebeugt, um die Übersicht zu behalten. Das führt häufig zu folgende Überlastungsschäden:

 

  • lumbagoforme Beschwerden. Das ist ein scharfer Schmerz, der Betroffene unvorbereitet trifft und als Hexenschuss bekannt ist,
  • Schmerzen an der Halswirbelsäule,
  • Schmerzen am Mittelarmnerv (Nervus Medianus). Er zieht sich aus der Achselhöhle über den Oberarm bis zur Handfläche.
  • Schmerzen am Ellennerv (Nervus ulnaris).

 

Schäden am Ellennerv können sogar zur Lähmung führen (Ulnarislähmung), die auch als „Krallenhand“ oder „Radfahrerlähmung“ bekannt ist. Durch die Haltung der Hand am Lenker wird die Nervenverbindung zu den Fingern unterbrochen. Sie lassen sich dann nicht mehr richtig durchstrecken.

Rennradfahrer und Mountainbiker fahren häufig mit Klickpedalen, bei denen der Radschuh fest mit dem Pedal verbunden ist. Werden die Pedalplatten nicht richtig ausgerichtet kann es zu Problemen mit dem Kniegelenk kommen.
Beim Mountainbiking ist das Sturz- und damit Verletzungsrisiko größer als bei den Radsportarten die auf festem Untergrund stattfinden. Dabei kann es zu Kapsel- und Bandschäden sowie Frakturen kommen.

 

Beschwerden vorbeugen

 

Um Körperschäden vorzubeugen, müssen Radsportler auf optimales Sportgerät achten und dieses am besten im Fachhandel kaufen. Wichtig sind die richtige Rahmengröße und eine gute Sitzposition. Je aufrechter der Radfahrer sitzt, desto geringer werden auch die Wirbelsäule, die Schulter- und die Handgelenke belastet.

Während der Fahrt sollte man durch die regelmässige Änderung der Sitzposition für Entlastung der Muskulatur sorgen.
Indem man auf dem Sattel nach vorne oder weiter nach hinten rutscht, den Lenker mal oben oder unten und weiter innen oder aussen greift, verändert man seine Position und verhindert muskuläre Verspannungen.
Auch das gelegentliche Fahren im Wiegetritt trägt zur Entlastung bei.

Verlangt die gewählte Radsportart nach einer aerodynamischen Körperlage, sollte dieser auf Dauer schädlichen, einseitigen Belastung regelmäßigem Ausgleichstraining entgegengewirkt werden. Gepflegt wird die Muskulatur am besten durch Dehnung, Lockerung und gezieltem Krafttraining. Das schafft Muskelbalance und bringt wieder Freude am Radfahren.

Übrigens sollten auch Menschen, die an einer Gelenkerkrankung leiden, Rad fahren. Eine gleichmäßige und moderate Bewegung hilft zum Beispiel gegen Arthrose. Sie gehört zu den weltweit häufigsten Gelenkerkrankungen und betrifft vor allem Knie, Hüfte oder Schulter sowie die Gelenke in den Fingern.

 

Behandlung orthopädischer Krankheiten

 

Orthopädische Krankheiten, die durch einseitige Belastungen entstehen, müssen vom Spezialisten behandelt werden. Orthopäden befassen sich mit Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates.

Eine Leistungsdiagnostik durch einen Sportarzt schließt die Aufnahme von Körper-Daten, eine orthopädische Untersuchung sowie Gang-, Haltungs- und Bewegungsanalyse ein. Daraus entwickeln die Ärzte eine gezielte Behandlung der Beschwerden. Eingeschlossen ist die Suche nach Ursachen, wie falsche Sitzhaltung. Sind diese gefunden, kann gezielt an der Korrektur gearbeitet werden.


Hier gibt es noch weitere Tipps für einen gesunden Rücken und gesunde Gelenke.


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