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Unter Bikefitting versteht man die Optimierung und Anpassung des Rades an den Fahrer um die Leistung zu verbessern und den Fahrkomfort zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Fachartikel: Was ist Bikefitting?

 

 

 

 

Was versteht man unter Ergonomie?

 

Ergonomie setzt sich aus dem altgriechischen Wort ergon für Arbeit und Werk und aus dem Wort nomos für Regel und Gesetz zusammen.

Ergonomie ist die Wissenschaft von der Arbeit. Darunter versteht man die Anpassung der Arbeit an den Menschen.

Seit einigen Jahren gibt es auch Ergonomie im Sport. Dabei werden die Sportgeräte an den Menschen angepasst, um dessen Leistung zu Steigern oder um ihn Gesund zu erhalten.

 

 

Was versteht man unter Fahrrad Ergonomie?

 

Vereinfacht ausgedrückt, bedeutet Fahrrad Ergonomie, dass Ihr Fahrrad an Ihren Körper angepasst sein muss und nicht umgekehrt

Sämtliche Winkel, die Ihr Körper auf dem Fahrrad einnimmt, dürfen dabei nicht nur auf Ihre Körpermaße eingestellt sein, sondern sie sollten auch zu Ihrem Leistungsvermögen passen.

Wenn das Fahrrad mit seinen spezifischen Fahreigenschaften zu Ihrem Fahrstil, Ihrer bevorzugten Sitzposition, sowie zum Einsatzzweck passt, werden sie viel mehr Spaß am Radeln haben.

 

 

Sitzposition auf Trekking- und Mountainbike

Linkes Bild Sitzposition auf dem City- oder Trekkingrad rechtes Bild Sitzposition auf dem Mountainbike. © Fahrrad & Gesundheit/ Foto Box

 

Der Fahrstil

 

Ermitteln sie zunächst, welchen Fahrstil Sie bevorzugen und erfahren Sie, welcher Fahrradtyp aus Sicht der Fahrrad Ergonomie empfehlenswert ist:

– Gemäßigtes Tempo: Auf einem Hollandrad ist Ihre Haltung aufrecht, beinahe senkrecht. Die Griffe sind dicht am Oberkörper, wodurch die Arme und Hände vergleichsweise wenig belastet sind.
Allerdings lastet Ihr gesamtes Körpergewicht auf dem Gesäß. Wenn Sie nicht aktiv gegensteuern, fällt Ihre Wirbelsäule nach kurzer Zeit zusammen.

– Kurzstrecken: Auf einem Cityrad haben sie einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen. Der Oberkörper ist leicht nach vorn geneigt, der Lenker hoch. Das kann unter Umständen verspannte Schultern verursachen.
Der große Vorteil eines gut eingestellten Cityrades ist die effektive Übertragung der Kraft von den Beinen auf die Pedale.

– Längere Touren bei hohem Tempo: Für längere Fahrten eignet sich ein Trekkingrad sehr gut. Der Oberkörper ist deutlich nach vorn geneigt. Der Abstand zwischen Sattel und Lenker ist vergleichsweise groß. Das entlastet Wirbelsäule und das Gesäß. Bei der Übertragung der Kraft auf die Pedale ist der gesamte Körper beteiligt, was bei längeren Fahrten wichtig ist.
Allerdings müssen die Hände mehr Stützarbeit leisten.

– Sportliches Radfahren: Sport- und Rennräder sind tempoorientiert. Sie sind extra für kraftvolle Antritte und aerodynamisches Fahren konzipiert. Der Fahrer sitzt stark nach vorn geneigt, wobei der Sattel höher als der Lenker ist.
Diese Konstellation ermöglicht eine optimale Kraftübertragung, erfordert allerdings eine leistungsorientierte Körperspannung und damit einen guten Trainingszustand der Rücken-, Schultern-, Bein-, und Bauchmuskulatur.

 

Der Sattel – Ausgangspunkt für die optimale Fahrrad Ergonomie

 

Der Sattel muss einerseits die richtige Höhe haben, zum Anderen auch in optimaler Position zur Tretkurbel stehen:

– Steigen Sie auf Ihr Fahrrad, lassen Sie sich von einem Helfer halten.
– Strecken Sie ein Bein aus.
– Das Pedal steht auf der tiefsten Stellung der Kurbelumdrehung.
– Setzen Sie die Ferse des Fußes auf das Pedal.
– Ihr Knie sollte jetzt durchgedrückt sein.


Achtung!
Die Ferse wird nur zur Einstellung benötigt. Bei Fahren steht Ihr Fußballen auf der Pedalachse.
Bei perfekt eingestellter Sattelhöhe bleibt Ihr Knie dann an der untersten Kurbelstellung leicht gebeugt.

 

Sattelhöhe mit Fersenmethode und Goniometer

Ermittlung der Sattelhöhe mit Winkelmesser (Goniometer) und mit der Fersenmethode. © Fahrrad & Gesundheit/ Foto Box

 

 

Weitere Informationen zu richtigen Radeinstellung und Ergonomie

 

Sattelhöhe und Sattelversatz einstellen

Lenker und Vorbau einstellen

Schalt und Bremshebel einstellen

Bikefitting

Blogartikel

 

Trittfrequenz

 

Beim Radfahren bezeichnet man die Kurbelumdrehungen pro Minute als Trittfrequenz.

Freizeitradler haben meist eine Trittfrequenz von 50 bis 70 Umdrehungen pro Minute.
Radsportler fahren eine Trittfrequenz zwischen 90-120 Umdrehungen.

Eine höhere Frequenz entlastet die Gelenke, insbesondere die Knie, und die Muskulatur ermüdet nicht so schnell.
Mehr zu dem Thema Trittfrequenz finden Sie auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Trittfrequenz.

 

Weitere Artikel zur Trittfrequenz

Trittfrequenz und der runde Tritt

 

 

Was ist die Knieerhebungskurve?

 

Grafik Knieerhebung

© www.sq-lab.com

 

Bei der Analyse der Knieerhebung wir mittels Laser- oder Videoauswertung ermittelt ob und wie stark die Knie bei der Tretbewegung nach innen oder aussen ausweichen.

Im optimalfall bewegt sich das Knie in einer geraden Linie. Dadurch muss das Knie keine seitliche Ausgleichsbewegung machen.
Bewegen sich die Knie nach innen oder aussen beim treten, kann durch Keile, Einlegesohlen, Pedalplatten oder Pedale mit verschieden langen Achsen der Fuß so ausgerichtet werden das die Knie beim Pedalieren nicht seitlich belastet werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite: www.sq-lab.com

 

Mehr zum Thema Knie und Radfahren

Ratgeber – Knie und Fuß

Knie unter Druck

 

 

Hügi Methode

 

In den 80er Jahren entwickelte der Schweizer Wilfried Hügi verschieden Formeln zur Berechnung von Fahrradrahmengeometrien.

Mit der Hügiformel wird die Sattelhöhe berechnet.
Die Schrittlänge wird barfuss gemessen und mit dem Faktor 0,885 multipliziert. Der errechnete Wert ergibt die Sattelhöhe gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels.
Diese Formel wird auch heute noch angewendet.

Weitere Möglichkeiten zur Ermittlung der richtigen Sattelhöhe

Sattelhöhe und Sattelversatz einstellen

Bikefitting

 

 

Was ist ein Goniometer?

 

Mit dem Goniometer den Kniewinkel prüfen

© Fahrrad & Gesundheit / Barbara Wagner

 

 

Das Goniometer ist ein Messinstrument zur Ermittlung von Winkeln.

Im Fahrradbereich wird das Goniometer zum Messen von Gelenkwinkeln eingesetzt. Um die richtige Einstellung von Sattelhöhe, Oberrohrlänge und Lenkerhöhe zu erhalten.

 

Hier gibt es weitere Informationen zum Goniometer

Bikefitting

Sattel richtig einstellen

 

 

Wo ist der Karpaltunnel?

 

 

© SQlab

Der Karpaltunnel ist eine Engstelle am Handgelenk durch den verschiedene Sehnen und der Mittelarmnerv laufen.

Wird durch eine falsche Lenkerbiegung oder zu viel Gewicht auf den Handgelenken der Karpaltunnel verengt so führt das meist zu kribbeln oder taubheitsgefühl im Zeige- Mittelfinger und Daumen.
Mit ergonomischen Griffen oder der richtigen Lenkerbiegung kann das Abknicken des Handgelenkes verhindert werden.

 

 

Was ist der Ulnarnerv?

 

Der Ulnarnerv versorgt den Kleinen- und den Ringfinger.
Wird dieser durch zu viel Druck auf die Aussenseite der Handfläche oder durch abknicken des Handgelenkes gequetscht so kann das zu Beschwerden am Kleinen- und Ringfinger führen.

Für Abhilfe sorgen ergonomische Griffe mit grosser Auflage und Lenker mit stärkerer Biegung.

 

 

Was ist der Wiegetritt

 

Vom Wiegetritt spricht man wenn der Fahrer beim pedalieren aufsteht und mithilfe seines Körpergewichtes die Pedale wechselseitig nach unten drückt.

Dabei wird das Rad von einer auf die andere Seite bewegt. Der Oberkörper sollte zentral über der Mitte bleiben und nicht mit dem Rad nach rechts und links kippen.
Wichtig ist dabei, das man zuvor einen größeren Gang wählt damit man nicht ins leere tritt.
Der Wiegetritt wird benötigt wenn an einem steilen Anstieg kein kleinerer Gang mehr zur Verfügung steht, um eine flüssige Trittfrequenz beizubehalten, um einen Sprint zu beginnen oder um die Muskulatur zu entspannen.

Beim Wiegetritt werden andere Muskeln gebraucht als beim pedalieren im Sattel. Vor allem der große Gesäßmuskel muss mehr arbeiten, aber auch die Oberkörper- und Armmuskulatur verrichten beim fahren im Wiegetritt mehr Arbeit. Deshalb geht dabei auch die Pulsfrequenz nach oben.

Fahren im Wiegetritt ist Training für den ganzen Körper.
Um Muskelverspannungen zu vermeiden sollte man regelmässig im Wiegetritt fahren.
Allerdings muss auch das Fahren im Wiegetritt geübt werden, da am Anfang die Muskulatur von der ungewohnten Beanspruchung sehr schnell ermüdet.

 

 

Mountainbiker im Wiegetritt © Scott/Daniel Geiger

 

 

Windchill Effekt beim Fahrradfahren

 

Der Windchill Effekt beschreibt den Unterschied zwischen tatsächlicher und gefühlter Temperatur.

Ausgelöst wird dieser Effekt durch den Abtransport von Körpernaher warmer Luft. Dadurch erhöht sich die Verdunstung.
Für die Verdunstung wird Energie benötigt die aus den oberen Hautschichten abgezogen wird. Die Körperoberfläche kühlt ab und es kommt zum frösteln.

Unter extremen Bedingungen kann es auch zu Erfrierungen kommen. Beim Radfahren wird dieser Effekt durch eine höhere Geschwindigkeit verstärkt.
Bei Minus Temperaturen und hohen Geschwindigkeiten, wie beim Rennradfahren oder mit dem E-Bike, kommt man sehr schnell in arktische Temperaturbereiche (siehe Tabelle).

 

Windchill Effekt Tabelle

Alle Werte sind ca. Angaben