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Wie funktioniert Funktionsbekleidung für Radfahrer

Hightech- oder Naturfasern was eignet sich für Fahrradbekleidung

 

In Funktionskleidung macht Radfahren bei jedem Wetter Spaß

Nicht nur die Fahrräder, auch die Kleidung für Radfahrer hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt.

Es gibt ganze Kollektionen spezieller Funktionsbekleidung, die den Anforderungen beinahe jeder Wetterlage gerecht werden. Das bedeutet beispielsweise, dass die Kleidungsstücke einerseits wärmen und wasserdicht sind, andererseits entstehende Feuchtigkeit schnell vom Körper weg transportieren.

Wir erklären heute, worauf es bei der Auswahl besonders ankommt und was die jeweiligen Kleidungsstücke leisten.
Wir erläutern die Besonderheiten der jeweiligen Materialien und geben wichtige Tipps für den Neukauf fahrradgerechter Funktionsbekleidung.

 

Radbekleidung kann auch alltagstauglich sein

Mit moderner Fahrradkleidung macht man auch im Alltag eine gute Figur. © vaude / hari pulko

 

Warum ist Radfunktionsbekleidung sinnvoll?

 

Ob in Ruhe oder bei körperlicher Anstrengung, ob draußen 35 °C und Sonnenschein oder Minusgrade herrschen: Der menschliche Körper wird immer versuchen, seine Idealtemperatur von etwa 37 °C zu halten.

Ist ihm zu heiß, gibt er überschüssige Wärme in Form von Schweiß über die Haut ab, was Verdunstungskühle erzeugt. Ist die Umgebungstemperatur niedrig und kommt vielleicht noch Wind hinzu, versucht er, durch Gänsehaut und Zittern den Wärmeverlust auszugleichen.

Beim Radfahren spielen die äußeren Bedingungen, wie Umgebungstemperatur, Wind sowie Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Dementsprechend leuchtet es ein, dass Radbekleidung hohen Anforderungen genügen muss. Sie darf die Fähigkeit des Körpers zur Wärmeabgabe ebenso wenig behindern, wie seine Fähigkeit der Wärme zu speichern.
Sie muss gleichzeitig isolieren, wasserabweisend sein, Feuchtigkeit von innen nach außen transportieren und zu guter Letzt einen gesunden Luftaustausch ermöglichen.

Traditionelle Stoffe und Gewebe, wie Baumwolle oder Wolle sind mit diesen Aufgaben überfordert. Diese Materialen nehmen bis zu 400 Prozent ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf und liegen dann nass auf der Haut.
Das führt zum auskühlen und im schlimmsten Fall zu einer Erkältung.

Mittlerweile gibt es Hersteller die Funktionsfasern und Wolle (meist Schurwolle) kombinieren. Dabei werden die Vorteile der Naturfasern ( keine Geruchsbildung und angenehmer Tragekomfort) mit den Vorteilen der Funktionsfasern kombiniert.

Die modernen, synthetischen Fasern haben teilweise beeindruckende, funktionale Eigenschaften. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf und können dabei noch folgende Eigenschaften haben:

 

  • windicht
  • wasserdicht
  • atmungsaktiv
  • thermoregulierend
  • antimikrobiell
  • elastisch
  • pflegeleicht

Weiter Informationen finden Sie bei: wikipedia/Funktionstextilie

 

Kleine Funktionsfaser Materialkunde

 

Hohlfasern: Diese Fasern ziehen Feuchtigkeit an. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von hydrophilen Materialien. Die Feuchtigkeit verschwindet quasi im Innern der Faser und wird von dort, ohne mit der Haut in Kontakt zu kommen, wieder an die Oberfläche, und von dort an die Umwelt abgegeben. Der in diesem Zusammenhang wohl bekannteste Markenname ist „Coolmax“. Die synthetischen Fasern finden vor allem bei der Herstellung von Funktionsunterwäsche, Shirts und Socken Verwendung.

Goretex: Hierbei handelt es sich um eine mikroporöse, hauchdünne Membrane, die das Herzstück aller sogenannten Goretex-Textilien bildet. Die Membran ist mit dem Innenfutter und dem Obermaterial fest verbunden. Die Poren der Membran sind so bemessen, dass sie von außen keine Wassertropfen durchlassen, der Wasserdampf jedoch von innen nach außen entweichen kann. Deshalb ist Radfunktionsbekleidung aus Goretex wasserabweisend. Das Material mit der innovativen Membrane wird vor allem zur Herstellung der äußeren Bekleidungsschicht, wie für Fahrradhosen und Jacken sowie als Obermaterial von Fahrradschuhen und Handschuhen verwendet.

Sympatex: Im Gegensatz zu Goretex besitzen Sympatexmembranen keine Poren, werden jedoch mit der gleichen Technik zu vergleichbaren Kleidungsstücken wie Goretextextilien verarbeitet. Aufgrund ihrer speziellen chemischen Zusammensetzung sind auch diese Membranen extrem atmungsaktiv, wind- und wasserdicht. Sympatex besteht aus Polyetherester (PET), welches sich gut recyceln lässt und als hautfreundlich gilt. Zudem hat das Material gegenüber Goretex den Vorteil, dass keine Poren durch Schweißsalze oder Waschmittel verstopfen können.

Softshell: Hierbei handelt es sich um ein Stretch-Laminat aus zwei oder drei Gewebeschichten. Softshelljacken und -hosen eigenen sich als atmungsaktiver Schutz vor Wind und leichten Niederschlägen, weil das Laminat so aufgebaut ist, dass Wasser und kalte Luft nur schwer eindringen, Schweiß und Feuchtigkeit jedoch verdunsten können. Nur bei Starkregen empfiehlt sich ein zusätzlicher Regenschutz. Funktionskleidung aus Softshell gibt es in unterschiedlichen Dicken für jede Jahreszeit.

 

 

Warme, winddichte Radjacken für den Winter aus Funktionsmaterial

Die oberste Bekleidungsschicht im Winter besteht aus einer winddichten und wasserabweisenden Jacke. © Vaude / Moritz Attenberger

 

Spezielle Merkmale funktioneller Radbekleidung

 

Sicherlich wäre es wünschenswert die „eigerlegende Wollmilchsau“ aus dem Schrank zu zaubern und damit auf dem Rad vor allen möglichen Unbilden des Wetters gewappnet zu sein.

Doch obwohl geschickt eingearbeitete Ventilationsöffnungen oder verschiede Körperzonen den Tragekomfort zusätzlich zur Funktionalität noch erhöhen, gibt es das ultimative Allroundwetterkleidungsstück leider nicht.

Abhilfe schafft hier das Zwiebelprinzip. Dabei werden mehrere Kleidungsschichten übereinander getragen. Die Innere Schicht besteht aus Funktionsunterwäsche die die Körperfeuchtigkeit aufnimmt und an die mittlere Schicht abgibt.
Diese besteht meist aus einem Trikot das als Isolationsschicht dient.
Die Aussenschicht bietet Schutz vor Wind und Wetter und ist dabei trotzdem atmingsaktiv.

Ein gutes Beispiel für einen windigen und kalten Herbst- oder Wintertag wäre:

  • Funktionsunterwäsche und Socken aus Hohlfasern
  • langärmeliges Radshirt innen leicht angerauht
  • lange winddichte Radlerhose
  • gefütterte Softshelljacke
  • Winterfahrradschuhe oder Überschuhe aus wind- und wasserdichtem Material
  • Accessoires wie Handschuhe und Mütze ebenfalls aus winddichtem Material ergänzen das Outfit.

 

Im Sommer hingegen würde die Wahl sicherlich auf ein leichtes Funktionsunterhemd, kurzes Radtrikot und eine kurze Radlerhose fallen. Für den Notfall sollte man eine eine leichte Windjacke mitnehmen.

Da jeder Mensch ein anderes Temperaturempfinden hat muss man sich an seine optimale Ausrüstung herantasten.
Ausser den normalen Kleidungsstücken ( Trikot, Hose, Jacke) führen die Hersteller auch Accessoires wie Armlinge, Beinlinge, Knielinge Stirnbänder usw. die eine Anpassung an die meisten Temperaturen ermöglichen.

 

 

Radjacken aus Funktionsfaser für jede Jahreszeit

Die linke Jacke ist eine leichte Windjacke für wärmere Temperaturen. Die rechte Jacke ist mit speziellen Kunstfasern für eine zusätzliche Isolation gefüllt. © Vaude

 

Helle Farben und Reflektoren erhöhen die Sicherheit

 

Zu allen Ansprüchen an gute Radfunktionskleidung kommt häufig der verständliche Wunsch nach einem schicken Outfit, das der Figur schmeichelt.

Radler, die das gesamte Jahr über mehrmals pro Woche Rad fahren, brauchen darüber hinaus Kleidung, die häufiges Waschen verträgt, ohne an Funktionalität einzubüßen. Das Gleiche gilt für auffällig leuchtende Farben und Sicherheitsreflektoren.
In diesem Sinne lohnt es sich, etwas mehr Geld zu investieren und qualitativ hochwertige Funktionskleidung zu kaufen.

Die Markenhersteller sind in aller Regel auch Vorreiter in Sachen Forschung, Entwicklung und Innovation, sodass der Kunde sicher sein kann, ein Produkt zu erwerben, mit hervorragender Funktionalität.

 

Weitere Artikel zum Thema Radbekleidung finden Sie hier:

Blogthema Fahrradbekleidung

Radfahren und UV-Schutzkleidung

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